Populärwissenschaftliche Bücher

     

    

Shubin, N. (2009): Der Fisch in uns

 

Fischer-Verlag. 2. Auflage.

288 Seiten. Preis: 9,95 €. ISBN: 978-3596174423

 

Hier bestellen!

   

  

Der Urvogel Archaeopteryx war für die Evolutionsforscher eine Sensation, stellt er doch eine Zwischenform dar, die den Ursprung der Vögel aus einer Gruppe der Raubsaurier anschaulich belegt. Der Autor dieses Buches, Neil Shubin, hat 2006 einen Fund von vergleichbarer Bedeutung gemacht: Tiktaalik, ein Bindeglied zwischen devonischen Raubfischen und den ersten Vierfüßern. In diesem Buch berichtet Shubin über die Entdeckung Tiktaalik  sowie über die Konsequenzen dieses sensationellen Fundes. Manches Rätsel, z. B. der Verlauf der Nerven in Auge und Gehirn, lässt sich erst wirklich verstehen, wenn wir einen Blick in unsere evolutionäre Vergangenheit werfen. Auch die menschliche Hand ist seit der Entstehung von Tiktaalik nur noch in Details verändert worden - wir tragen buchstäblich das Erbe der Fische in uns. Ein spannendes Buch voller Aha-Erlebnisse. 

     

     

Carroll, S.B. (2008): Evo Devo. Das neue Bild der Evolution

 

Berlin University Press. 1. Auflage.

380 Seiten. Preis: 44,90 €. ISBN: 978-3940432155

 

Hier bestellen!

    

  

In den vergangenen 20 Jahren fand hinsichtlich des Verstehens und Erklärens der Evolution ein Paradigmenwechsel statt, der durch den Begriff  evolutionäre Entwicklungsbiologie (kurz: "Evo-Devo") gekennzeichnet ist. Das revolutionäre Moment an dieser noch jungen Forschungsdisziplin ist, dass sie die Aufmerksamkeit auf die Steuer- und Regelprozesse lenkt, die in der Embryonalentwicklung die "Formbildung" steuern. Die Kenntnis dieser Mechanismen erlaubt es erstmals auch quantitativ (im Rahmen morphogenetischer Modelle) etwas über die Möglichkeiten und Grenzen des evolutionären Gestaltwandels auszusagen. Im vorliegenden Buch erzählt Sean Carroll in allgemeinverständlicher Form die Geschichte dieser neuen Revolution. Er beschreibt die wichtigsten theoretischen Bausteine dieser Disziplin und erörtert an zahlreichen Beispielen, inwieweit sie zur Klärung bislang offener Fragen der Evolution beiträgt. Ein überaus interessantes und tiefgründiges Buch, das in keinem Bücherschrank zur "Evolution" fehlen sollte.
 

       

Kirschner, M.W.; Gerhart, J.C. (2007): Die Lösung von Darwins Dilemma

 

Rowohlt-Verlag. 1. Auflage.

416 Seiten. Preis: 12,90 €. ISBN: 978-3499622373

 

Hier bestellen!

    

  

Wie plausibel ist es, dass in der Evolution durch genetische Veränderungen genügend günstige, konstruktiv sinnvolle phänotypische Varianten entstehen, die es der natürlichen Selektion quasi erlauben, ihre Arbeit zu tun und komplexe, kooperative Veränderungen voranzutreiben? Das Hauptanliegen der Autoren ist es, mit diesem Buch ein allgemein verständliches Konzept zur Beantwortung dieser für Darwin noch völlig offenen Frage vorzulegen. Das Buch ist auch für Laien verständlich und überaus lesenswert, da es die Mechanismen der Evolution nicht, wie in populärwissenschaftlichen Abhandlungen oft üblich, auf die Selektionstheorie und die Veränderung irgendwelcher Genhäufigkeiten in Populationen reduziert, sondern den Blick auf das eigentlich Interessante an der Evolution richtet: auf die entwicklungsbiologischen Mechanismen, aus denen heraus die Prinzipien und Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der evolutionären Formbildung verstanden werden müssen.

 

      

Riedl, R. (2002): Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie

 

Springer-Verlag.

236 Seiten. Preis: 39,95 €. ISBN: 978-3540436683

 

Hier bestellen!

    

  

In einer unterhaltsamen wie anspruchsvollen und packenden Zeitreise entlang der diversen Theorien zur Entwicklung des Lebendigen, führt uns der Altmeister der Systemtheorie des Erkennens von der "heroischen Phase" über die "ideologische" bis hin zur heutigen "systemischen Phase". Seine Auseinandersetzung mit zahllosen Biologen und ihren Theorien gründet auf die beiden Ansichten, dass man den Zustand von Theorien am besten aus deren Geschichte heraus versteht und dass ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Zeitgeist und biologischen Theorien besteht. Professor Riedl legt uns mit diesem Buch eine Kulturgeschichte der Evolutionstheorie vor mit dem Ziel, den Wandel von Einsichten im Laufe unserer kulturellen Entwicklung zu sehen und zu erkennen. Ein Muss für jeden Biologen und Philosophen.